Umgang mit Hörgeschädigten


Wie geht man am besten mit der Schwerhörigkeit um?

Raus aus der Isolation!

Niemand muss sich für eine Hörschädigung schämen!

Wichtig ist ein offener Umgang mit Hörschädigung. 

Für Betroffene:
 

  • Informieren Sie Ihre Umgebung!
  • Nutzen Sie technische Möglichkeiten und Hörgeräte!
  • Fordern Sie Ihr Recht ein, etwas mitzubekommen!
  • Fragen Sie nach!

 

Für die Umgebung:

 

  • Nehmen Sie Rücksicht! Das ist gar kein großer Aufwand.
  • Sprechen Sie langsam und deutlich.
  • Schauen Sie Ihren Gesprächspartner an!
  • Akzeptieren Sie technische Hilfen wie Miniport-Anlagen in Konferenzen.
  • Reden Sie in der Gruppe nicht durcheinander, sondern nacheinander.
  • Ziehen Sie in Betracht, dass Sie nicht "bösartig ignoriert", sondern "gutartig überhört" werden!
  • Tippen Sie den Hörgeschädigten an und wenn er sie anguckt, sagen Sie es noch einmal.

 

Wie geht man am besten mit Gehörlosigkeit um?

 

Gehörlose sind Teil unserer Gesellschaft. Sie möchten am Leben teilhaben wie jeder andere auch.

 

Gehen Sie offen auf Gehörlose zu. Sie werden in der Regel auf offene, freundliche Menschen treffen.

 

Die Stimme von Gehörlosen klingt oft fremd, da sie keine Kontrolle über ihren Klang haben. Wenn die Stimme schrill, hohl oder zu hoch klingt, ist das oft ungewohnt oder schwer zu verstehen. Das kann einen Hörenden erschrecken, schließlich ist Gehörlosigkeit unsichtbar. Man kann sich als Hörender aber freuen, denn schließlich begibt sich der Gehörlose mit der Lautsprache auf fremdes Terrain, damit die Kommunikation klappt. Also: Im Zweifel auch einfach nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Schließlich haben Sie Interesse am Gesagten.

Kommunikation ist alles!

Haben Sie schon mal versucht, dem Fernsehprogramm zu folgen, wenn Sie den Ton ausgestellt hatten? Es ist nahezu unmöglich und erfordert große Kombinationsgabe, denn nur ein Drittel aller Buchstaben kann überhaupt zweifelsfrei von den Lippen abgelesen werden. Dieser Wert verschlechtert sich noch einmal deutlich, wenn der Gesprächspartner im Gespräch schon mal zur Seite guckt oder einen Bart hat.

Auch Schreiben ist nicht immer ein Ausweg. Gehörlose können natürlich lesen und schreiben. Sie gehen zur Schule wie andere auch. Aber die geschriebene Sprache beruht auf der Lautsprache. Deutsche Gebärdensprache und Deutsche Lautsprache sind zwar miteinander verwandte Sprachen, aber das sind Holländisch und Deutsch auch. Die Grammatik der beiden Sprachen ist völlig unterschiedlich. Gehörlose lernen die deutsche Lautsprache im Prinzip erst in der Schule wie eine Fremdsprache.

In Deutschland gibt es ca. 80.000 Gehörlose. So unterschiedlich wie diese 80.000 Menschen sind, so unterschiedlich ist ihr Leseverständnis. Achten Sie darauf, ob Ihr Gesprächspartner Sie versteht, aber denken Sie daran: Sie sprechen mit einem selbständigen Menschen!

Sind Briefe kompliziert verfasst, wie zum Beispiel amtliche Schreiben, und mit abstrakten Begriffen versetzt, werden sie damit schnell zu einem unüberwindbaren Hindernis. Wenn komplizierte Inhalte übermittelt werden sollen, ist die Begleitung von einem Gebärdensprachdolmetscher die beste Lösung.

Auch bei offiziellen Angelegenheiten sind Gehörlose dringend auf Kommunikationshilfen angewiesen, damit es nicht zu Problemen kommt.