Deutsche Gebärdensprache

 

                                    DGS? Was ist das denn?

 

Die Sprache der Gehörlosen ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS). Wie der Name schon sagt, ist Gebärdensprache - entgegen der Vermutung vieler Hörender - nicht international.


Gebärdensprache ist nicht nur die Bewegung der Hände. Zwei Hände würden für die Fülle deutscher Wörter gar nicht ausreichen. Gebärdensprache beinhaltet immer auch Gestik, Mundbild und Mimik.

Gebärdensprache bietet eine Fülle von Möglichkeiten sich auszudrücken. Sie hat eine eigene Grammatik, klare Strukturen und es macht Spaß sie zu erlernen.

Entwickelt wurde sie vor allem an den Spezialschulen für Gehörlose im 18. und 19. Jahrhundert, getrennt in verschiedenen Ländern. Und damit haben sich - passend zur Lautsprache und Kultur in den  verschiedenen Ländern -  auch unterschiedliche Gebärdensprachen entwickelt.

In Deutschland ist die Gebärdensprache amtlich anerkannt, an den Universitäten wird linguistische Forschung über Gebärdensprache betrieben, es gibt Ausbildungen für Dozenten und Studiengänge für Gebärdensprachdolmetscher.

Gebärdensprache ist die Muttersprache der Gehörlosen. Mit der Muttersprache erwirbt man sein Wissen. Nur wer eine Muttersprache hat, kann eine zweite Sprache lernen. Lautsprache kann immer nur eine Zweitsprache für Gehörlose sein. Wer sein Kind also in Lautsprache fördern will, sollte es immer auch in Gebärdensprache fördern.

Da auch für Gehörlose die Welt immer globaler wird, wird aber mittlerweile - z.B. für internationale Konferenzen - tatsächlich auch eine internationale Gebärdensprache entwickelt. Diese ersetzt aber nicht die Muttersprache (DGS), sondern ergänzt sie nur.

Schön von Dir zu hören!

Wie schnell hat man diesen Satz in eine E-Mail geschrieben und denkt im nächsten Moment "Oh Gott, wie konnte ich das zu einem Gehörlosen sagen?" Und was passiert? Der Gehörlose freut sich ganz normal über den sozialen Kontakt. Der Hinweis auf das Hören stört ihn nicht. Gehörlose Menschen empfinden sich nicht als behindert. Sie betrachten sich als sprachliche Minderheit. Ihr Denken, ihre Kommunikation mit der Umwelt, ihr Lernen -  all das passiert über die Augen und damit über die Gebärdensprache. Das ist ihre Art der Kommunikation.

Die Sprache macht die Identität der Gehörlosen aus. Sie ermöglicht den gehörlosen Menschen ein eigenständiges, kulturelles Leben.

Im Gegensatz zu einem Ausländer, der Deutsch lernen kann, haben Gehörlose nicht die Möglichkeit, über "normales" Hören zu lernen. Sie können nicht einfach in die Welt der Hörenden eintauchen. Daher sind sie in der Welt der Hörenden immer auf eine gewisse Portion Rücksicht oder auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen. Lippenlesen und Schreiben sind kein wirklicher vollständiger Ersatz.